Das Buch, das Mandarins Geburt dokumentiert
1324, in den mittleren Jahrzehnten der Yuan-Dynastie, veröffentlichte der Dramatiker und Musiktheoretiker Zhou Deqing (周德清) das Zhōngyuán Yīnyùn ('Klänge und Reime der Zentralen Ebene'). Der erklärte Zweck war praktisch: den Komponisten der populären zájù-Yuan-Oper bei Reimen zu helfen, die in nordchinesischer Aussprache wirklich klingen.
Für Historische Linguistik ist dies das Dokument, das den Übergang vom Mittelchinesischen (隋唐音, ~600 n. Chr.) zum frühneuzeitlichen Mandarin festnagelt.
Was es belegt
- Der eintretende Ton (入聲) war im Norden verschwunden. Im Tang/Song-System war der vierte Ton, 入, genau die Klasse der Silben mit Verschlusslaut-Auslaut (-p, -t, -k); im Zhōngyuán Yīnyùn sind diese bereits in die anderen drei Töne umverteilt — exakt die Verschmelzung, die modernes Mandarin definiert.
- 陰平 und 陽平 hatten sich gespalten, basierend auf der Stimmhaftigkeit des ursprünglichen Anlauts.
- Stimmhafte Obstruenten waren entstimmt — die mittelchinesische 全濁-Reihe ist nicht mehr phonemisch.
Mandarin von der Bühne
Es ist auffällig, dass das Dokument der Mandarin-Geburt ein Theaterhandbuch ist, kein Hofwörterbuch. Yuan-Opern wurden für ein heterogenes urbanes Publikum aufgeführt — mongolische Beamte, Han-Literaten, persische Kaufleute — und verlangten ein panbornisches Register.